Dynamic Facilitation

In herkömmlichen Diskussionen oder Teamsitzungen geht es in der Regel darum ein Problem mit dem Ziel der Entscheidungsfindung anzugehen und Emotionen – wenn möglich – außen vor zu lassen. Das basiert auf der Annahme, dass Emotionalität den Lösungsfindungsprozess hemmt oder stört. Bei Dynamic Facilitation hingegen schauen wir uns gerade die Emotionen die mit der Problemstellung einhergehen tiefergehend an. Denn in der Emotion steckt die Energie, die freigelegt werden will, um wirklich gute Lösungsansätze entstehen zu lassen. Fakt am Rande: Da die Lösung in der Gruppe kreist und sich fortwährend weiterentwickelt, kann sie, wenn sie sich schlussendlich herauskristallisiert, von allen sofort angenommen werden.

Im Kompromiss muss eine Partei zurückstecken. Sie tut dies aber nicht aus Überzeugung, sondern weil sie sich geschlagen gibt. Es kommt vor, dass dafür – für eine eingestandene Niederlage – eine Gegenleistung erwartet wird. Der Konsens ist hier schon eine Stufe weiter. Hier stimmen alle überein sich geeinigt zu haben. Dennoch mag der eine oder andere mit ein wenig Bauchweh nach Hause gehen und vielleicht nach einiger Zeit, wenn ihn Mut oder Disziplin verlässt, in das alte Verhaltensmuster verfallen. In beiden Fällen haben wir es mit Entscheidungen zu tun. Wir scheiden also in einem Urteilsprozess, das Gute vom Schlechten ab. Bei Dynamic Facilitation hingegen kommt es nicht zu diesem Schwarz-Weiss-Denken, denn das sogenannte Choice-Creating entfaltet seine Wirkung. Die beste Lösung entsteht aus dem zirkulären Denken der Gruppe, dem Denken in Möglichkeiten. Über den Weg der Eigenverantwortung und der Vertrauensbildung entwickelt die Gruppe gemeinsam getragenen Sichtweisen und schließlich Lösungen in Einmütigkeit.

Die neue Lösung findet – zum Beispiel im Firmenkontext – auf Anhieb Akzeptanz. Niemand muss sich zwingen die neue Lösung zu akzeptieren. Warum? Ganz einfach, weil alle Anteil an der Lösung und damit Verantwortung für die Umsetzung mittragen.

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