Gewaltfrei kommunizieren – in Blogposts…

Giraffe: Photo by Teddy from Pexels

In den Kommunikationsabteilungen braucht es ab und zu ganz dicke Haut. Dann etwa, wenn Kritik auf sehr emotionale Art und Weise und zusätzlich scheinbar unsachlich geübt wird – anzutreffen in Foren oder auf Sozialen Medien…

Auf die Frage, wie man mit solchen Aussagen dennoch so umgehen kann, dass eine mögliche Gesprächbasis entsteht, bietet der Ansatz der Gewaltfreien Kommunikation eine Antwort. 

Die Gewaltfreie Kommunikation hilft, um auf kritische und verletzende Aussagen so zu reagieren, dass sich das Gegenüber gehört fühlt und die verborgenen Gefühle benannt werden, aus denen heraus die ursprüngliche Aussage gemacht wurde. Aus Wut, Frust und Zorn lassen sich so enttäuschte Bedürfnisse ableiten. Ein wertvolles Feedback.

Anleitung und erste Schritte

1. Beschreibe die Beobachtung einer konkreten Handlung (oder Nicht-Handlung), ohne diese zu bewerten oder zu interpretieren. Nur die Wahrnehmung, nicht die Deutung der Handlung ist hier gefragt, also keine Vorverurteilung!

2. Drücke das Gefühl aus, mit dem die Beobachtung in Verbindung steht. Was fühlst du genau?

3. Suche das Bedürfnis, das hinter dem Gefühl liegt und formuliere es. Es ist wichtig, dass es wirklich dein eigenes Bedürfnis ist.

4. In einem weiteren Schritt gilt es die Gefühle und Bedürfnisse des Gegenübers wahrnehmen, die in der Negativaussage des anderen verborgen sind. Das ist in der Regel eine Anschuldigung oder eine Verallgemeinerung. Zum Beispiel steckt ind er Aussage:„Sie kommen IMMER zu spät…“ ein Gefühl und ein Bedürfnis. Zunächst handelt es sich dabei um einen Vorwurf. Das Gefühl ist Wut oder Ärger. Das enttäuschte Bedürfnis ist mangelnde Anerkennung oder empfundene Respektlosigkeit. 

4. Formuliere eine Bitte, in der du um eine ganz konkrete Handlung fragst. Die Bitte wird positiv und klar formuliert. Es darf in der Bitte keine Anschuldigung versteckt sein. Zum Beispiel könnte das die Bitte sein, gemeinsam einen Termin zu finden, bei dem man sich der Sache annehmen will.

Die Einhaltung genau dieser Reihenfolge ist wichtig für den Erfolg der Gewaltfreien Kommunikation. Wird die Abfolge umgestellt, dann läuft man Gefahr in Argumentationsnot zu geraten, warum man denn gerne eine Verhaltensänderung hätte. Daher steht die neutrale Sachverhaltsdarstellung immer an erster Stelle, gefolgt von der Gefühlsebene und den daraus resultierenden und enttäuschten Bedürfnissen. Der Abschluss erfolgt in Form einer konkreten Bitte samt Handlungsaufforderung.

Marshall B. Rosenberg, der Erfinder der Gewaltfreien Kommunikation nennt diese Form zu sprechen, die Girffensprache. Wohingegen die rein emotional geleitete Form zu sprechen, in der wir gerne verletzend agieren, als Wolfsprache bezeichnet wird. Die Rosenberg’sche Giraffensprache folgt dabei diesem Schema:

„Wenn ich A wahrnehme, dann fühle ich mich B, weil ich C brauche. Darum Bitte ich um D.“ 

Übung 1

Setzen Sie sich zu dritt in einem Dreieck hin. Eine Person (A) beobachtet. Eine andere Person (B) erzählt von einem Problem. Die dritte Person (C) hört ganz aufmerksam und achtsam zu. Er/Sie wiederholt immer wieder was er/sie wahrgenommen hat, gibt aber keinesfalls Ratschläge. Wichtig ist hier im Moment, ganz bei der Person (B) zu bleiben. Es gilt lediglich wahr zu nehmen und wieder zu geben. A spiegelt B danach was er/sie gehört hat. C teilt seine Beobachtungen dazu mit. C versucht auch angesprochene Gefühle zu benennen

Übung 2

Überlegen Sie sich mit einem Partner eine Situation über die sie sich normalerweise sehr ärgern. Wie würden sie ihr gegenüber normalerweise ansprechen, wie machen sie es heute mit Hilfe der Gewaltfreien Kommunikation?

Liste enttäuschter Gefühle

abgeneigt
abgeschlagen
abgespannt
Adrenalinstoß
alarmiert
allein
angeödet
angespannt
angewidert
ängstlich
ärgerlich
alarmiert
angeekelt
angespannt
apathisch
argwöhnisch
aufgeregt
auf Tiefpunkt
aufgewühlt
aus der Fassung
ausgehungert
ausgelaugt
außer mir
bedrückt
beklommen
bekümmert
beleidigt
berührt
beschämt
besorgt
bestürzt
betroffen
betrübt
bitter
blockiert
depressiv
deprimiert
die Nase voll
dumpf
durcheinander
dürstend
eifersüchtig
einsam
elend
empört
enttäuscht
energielos
entmutigt
entsetzt
entrüstet
enttäuscht
entwaffnet
erbost
ermüdet
ernüchtert
erregt
erschlagen
erschöpft
erschreckt
erschüttert
erstarrt
fassungslos
faul
finster
frustriert
furchtsam
geängstigt
gebrochenes Herz
haben
gefühllos
gehemmt
gekränkt
geladen
gelähmt
gelangweilt
genervt
gequält
gerädert
gereizt
gestresst
getrennt
gleichgültig
grollend
hasserfüllt
Herz schwer
hilflos
hin- und hergerissen
in Panik
irritiert
kalt
kaputt
Kloß im Hals
kribbelig
lasch
leblos
lethargisch
lustlos
miserabel
müde
melancholisch
misstrauisch
mittellos
müde
mürrisch
mutlos
nervös
kummervoll
leiderfüllt 
lethargisch
niedergeschlagen
ohnmächtig
panisch
passivpeinlich berührt
perplex
pessimistisch
rachsüchtig
rasend vor Wut
ruhelos
satt haben
sauer
scheu
schläfrig
schlapp
schlecht
schmerzhaft
schockiert
schüchtern
schwach
schwankend
schwer
schwerfällig
seelenwund
sehnsüchtig
skeptisch
sorgenvoll
sprachlos
starr
still
streitlustig
stutzig
teilnahmslos
unwohl
unzufrieden
trägetraurig
überdrüssig
unglücklich
unruhig
unsicher
unter Druck
überlastet
überrascht
übersättigt
überwältigt
unbehaglich
unentschlossen
 
 
 
 
 
 
 

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